Zur Weihnachtsfeier im Dunkeln

Zu einem spannenden Experiment haben sich die Gänseblümchen bei ihrer diesjährigen Weihnachtsfeier getroffen und sich einiges bieten lassen. Zusammengefasst könnte das so klingen: Belohnung herausragender Leistungen, Dunkelheit, rufen nach dem Kellner, 2-Gänge-Menü, essen mit den Händen, ein singender Chef, Geschenke, Bar-Wirrungen mit vielen, vielen Cocktails, tanzen und feiern und natürlich ganz viel Spaß!

 

Die Dunkelheit lag dabei nicht an der Tageszeit, einem Witterungsschaden oder gar an unbezahlten Gebühren, sondern sie wurde im Restaurant Nocti Varus ganz bewusst gewählt. Diese Ortswahl sorgte schon im Vorfeld für die meisten Gedanken: „Hoffentlich bekomme ich keine Platzangst!“, „Hoffentlich bekleckere ich mich nicht!“, „Ach, ich freu mich so!“, „Ich bin ja so gespannt!“,…

 

Noch im Licht nutzten die beiden Ober-Gänseblümchen Anja Hübner und Alexander Schwandt die Gelegenheit, um ein paar herausragende Leistungen einiger Gänseblümchen auszuzeichnen. So gab es kleine Geschenke für das Gänseblümchen, das die meisten Feiertage im Jahr 2013 im Dienst verbrachte, für das Gänseblümchen, das so viel wie kein anderes Blümchen, in Dienste einsprang und zu guter Letzt gab es noch eine Kleinigkeit für die „Nachteule“ (mit den meisten Nachtdiensten) auf der „Gänseblümchen-Wiese“.

 

Dann ging es in die Schleuse und ab da hieß es: Dem eigens für jeden Tisch abgestellten Kellner blind vertrauen. An den Schultern angefasst, schob sich Tischgruppe für Tischgruppe durch eine unbekannte Dunkelheit. Auf dem Weg zu den Tischen hörte man ab und zu ein hysterisches Quieken, aber vor allem Gekicher. Am Platz angekommen, bekam jeder eine Stuhlnummer, die für die nächsten 90 Minuten die Persönlichkeit sein sollte.

 

So hieß es dann nicht: „Ich hab Durst“, sondern: „Die Nummer 1 hat Durst.“ Gelegentlich hieß es auch mal zum Kellner: „Siehst du nicht, mein Glas ist leer!“ „Na klar Nummer 1 - Das kann der Kellner super sehen in der Dunkelheit…“

 

Nachdem alle sich mehr oder weniger an die Dunkelheit gewöhnt hatten, wurden die Gespräche auch entspannter. Manch einer erzählte ganz viel, andere hörten nur zu.

 

Spannend wurde es, als die Hauptspeisen kamen. Es war in dieser Situation doch toll, Hände zu haben, mit denen sich die Gänseblümchen entweder durch die knusprige getrüffelte Maispoulardenbrust oder durch die gefüllte Kalbsnuss an gedünsteten Zuckerschoten wühlten.

Das Ziel war: Sauber bleiben und nur nicht kleckern. Gerüchten zufolge sollen sich auch Gänseblümchen für dieses Ziel nackig gemacht haben.

 

Nach dem Hauptgang gab es eine kleine Überraschung: Ober-Gänseblümchen Alex trat mit seiner a-cappella-Band „One Voice“ auf. Manches Gänseblümchen bekam Gänsehaut. Durch die Dunkelheit wurde die Musik viel intensiver wahrgenommen. Alle konzentrierten sich voll und ganz auf den Gesang.

 

Nach der Gesangseinlage und einer geforderten Zugabe gab es Nachtisch. Wieder hieß es wie auf einem Schnäppchenjäger-Wühltisch zu agieren. Viele kleine Fingerchen gingen auf Erkundungstour.

 

Irgendwann kam bei manchen das Gefühl hoch, so langsam der Dunkelheit entfliehen zu wollen. Für alle, die noch nicht genug vom Beisammensein hatten oder die nicht zum Nachtdienst mussten, ging es dann in eine Bar. Erst gegen Mitternacht wurde es ein wenig leerer auf der Gänseblümchen-Wiese. Müdigkeit kam auf, manch einer wollte ins Bett oder einfach nur zu seiner Familie nach Hause. Alle, die nicht zu bändigen waren, kamen nach Mitternacht auf die Idee, die Kalkscheune in der Nachbarschaft aufzusuchen, um den Abend endgültig ausklingen zu lassen.

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